Seit langem habe ich den Plan mir einen HTPC zu bauen.
Bislang nutze ich dafür meine alte, gemoddete Xbox. Die hat jedoch einige Nachteile und fehlende Features. Am nervigsten: die fehlende Erdung - man bekommt ein starkes Brummen sobald man das LAN-Kabel einsteckt

Auch die langen Bootzeiten durch den fehlenden Standby-Support hindern des öftern die Xbox anzuwerfen.
Ziel ist es nun mehr als nur ein Videoabspielgerät zusammenzubasteln. Es soll ein Festplattenrekorder her, der mindestens zwei Programme gleichzeitig handeln kann (Beispielsweise eins aufnehmen und eins wiedergeben).
Da die Werbung in der letzten Zeit immer mehr stört, sollte das temporäre Speichern auf Festplatte bei Pause und das Überspringen von Werbung funktionieren.
Derzeit kommt das TV-Programm bei mir über einen iesy-Kabelanschluß ins Haus. Dank der wirklich bescheuerten "Wir verschlüsseln alles Digitale"-Einstellung und den zusätzlichen Extrakosten ist Digital-TV über Kabelanschluß keine Option (leider)..
Da aber noch auf dem Dach eine Sat-Schüssel mit Universal-LNB ist, lag es nah, sich die Totale Verdummung per DVB-S zu holen - besser noch: DVB-S2 mit HD-Material
Schritt 1: Grundsätzliche Anforderungen
Die große Frage: Linux oder Windows?
Bekannte Software für beide Systeme:
MythTV und das
Windows Media Center.
Beide bieten die gewünschten Funktionen und Extras wie EPG, Anzeige von RSS-Feeds usw.
Ein grundsätzliches Problem ist jedoch die Hardwareunterstützung. Zwar besserte sich die Unterstützung diverser DVB-Karten durch den aktuellsten Linux-Kernel in den letzten Monaten aber beim DVB-S2-Support sieht es doch recht mager aus

Das Windows Media Center wurde zwar für XP mit zwei großen Patches wesentlich verbessert, State of the Art ist aber das Vista Media Center. Dort bekommt man meistens nur
BDA-Treiber für die 32bit Variante.
DVB-S2-Karten werden generell unter Windows unterstützt, aber einige Probleme stehen noch aus

Windows hat aber einen entscheidenen Vorteil: ausgereifter Standby-Support. Ich will zwar nicht mit der Öko-Masche kommen aber die Stromrechnung sollte nicht exorbitant hoch ausfallen

Außerdem weiß ich so, dass der Grafikkartentreiber meine CPU auf jedenfall entlasten wird.
Schritt 2: Test-Ausrüstung besorgen.
Da ich nicht sinnlos Geld in den Sand setzen will, muss natürlich alles vorher getestet werden. Das dies nötig war, zeigte sich kurz später - aber dazu komme ich noch.
Empfohlen wurden mir Technisat-Karten. Problem: das noch vorhandene Kabel-TV kann nicht genutzt werden ohne eine weitere (analoge) Karte.
Also fiel meine Wahl nach längerem Suchen auf die Hauppauge HVR-4000 - Unterstützung für Analog, DVB-T, DVB-S und natürlich DVB-S2. Nachteil: Linux-Treiber sind gerade erst im Entstehen.
Die Installation klappte wunderbar. Das Kabel-TV ließ sich unter MCE allerdings erst nach der Installation des
SoftMCE-Encoders in Gang setzen. Dann klappte aber alles wunderbar

Nach etwas Kabelverlegen gab es dann nun auch Sat-Anschluß am Testrechner. Wiederrum musste ein Patch installiert werden, damit alles klappte: DVBS_as_DVBT - ein Emulator, der dem Media Center eine DVB-S-Karte als DVB-T vormacht.
Problem: DVB-S2 wird vom DVB-T-Mapper nicht unterstützt. Ob das nur vorzeitig so ist, ist mir bislang nicht bekannt

Also gerade das Ziel, HDTV zu bekommen nicht erfüllt

Man kann zwar die mitgelieferten Anwendungen benutzen aber an das Media Center kommen die Programme bei weitem nicht dran.
Wunderbar funktioniert die StandBy-Funktion: wenn eine Aufnahme geplant ist, wacht der Rechner dank ACPI automatisch wieder auf - so soll das sein
Jetzt muss ich mir erstmal meine Ziele neu überdenken. U.a. auch weil HDTV natürlich eine viel stärkere Hardware als HTPC braucht als einfache DVB-S- bzw Analog- Aufnahme und Wiedergabe.