Auf dem 26c3 war ein Thema besonders vertreten: GSM. Nicht nur, dass ein GSM-Netz mit fünf Frequenzbereichen aufgebaut wurde - es gab einige Vorträge wie die diversen Layer (das eigentliche Netzwerk aber auch die einzelnen Geräte) angreifbar sind.
Als Zeitvertreib vor dem Vortrag "
Using OpenBSC for fuzzing of GSM handsets" wurde per Beamer wohl die Konsole vom Congress-GSM gezeigt - inkl. allen SMS die gerade übertragen wurden.. Ich kann Laforge hier nur zustimmen: TCP/IP ist aus Sicherheitssicht eher langweilig. Zeit sich anderen Protokollen (neu will ich die garnicht nennen) zu widmen. Mit OpenBSC wurde die dafür notwendige Infrastruktur geschaffen.
Aber auch auf anderen Schichten wackelt die GSM-Sicherheit. Dank Rainbow-Tables kann wohl demnächst jeder Handys abhören. Durch das IT-Sicherheitsforschungszentrum
CASED in Zusammenarbeit mit unserem Fachbereich habe ich schon vor ein paar Wochen eine Hardwarebox für einen transparenten Man-In-The-Middle Angriff gesehen - leider aber (noch) nicht im echten Betrieb.
Ich glaube es wird Zeit, dass unsere Fachschaft ihren Server mit neuen, großen HDDs bestückt und einen Mirror für die diversen Rainbow-Tables stellt.
Leider habe ich erneut die Tesla-Spule verpasst. Allerdings hat ein Komilitone ein kleines Video gemacht: eine
Tesla-Spule spielt die Ghostbusters-Melodie
Mit gespaltenen Gefühlen bin ich aus der
Wikipedia-Diskussion über das Relevanzthema rausgegangen. Zuerst einmal habe ich mich gewundert, dass der Saal1 nicht wirklich voll war. Haben schon so viele aufgegeben? Sehr positiv war immerhin, dass jemand aus dem Wikipedia-Umfeld anwesend war. Auch auf die Frage ob Admins anwesend sind, meldeten sich einige aus dem Publikum. Gestört habe ich mich daran, dass wohl mindestens ein Anwesender sich über die Bezeichnung als Publikum aufgeregt hat. Das ganze nicht in einem netten Ton sondern als eher erzürnten Zwischenruf. Ich glaube das als herablassende Äußerung zu deuten geht zu weit. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt - leider haben sich nur knapp ein Dutzend Anwesende bereit erklärt die technische Weiterentwicklung zu unterstützen...
Der Rückflug war leider nicht so erfreulich wie der Anflug. Schon auf der AirBerlin-Homepage konnte ich eine Verspätung von 80min nachlesen - aber weder auf den Seiten vom Berliner oder Frankfurter Flughafen. Auch vor Ort konnte man uns am Check-In Schalter nichts sagen - das Personal wusste noch nicht mal von einer Verspätung. Später am Gate hörte man erst die Gespräche der Mitarbeiter und dann kam die Durchsage, dass sich der Abflug von 20:10 auf 21:30 verspäten würde. Wenigstens hatte ich so ein wenig Zeit um die letzten Tage zusammenzufassen. Dennoch haben wir mit Anreise zum Flughafen, Sicherheitskontrollen und Wartezeit im Vergleich zur Bahnverbindung weniger Zeit gebraucht. Leider habe ich durch die frühe Abreise den letzten Vortrag verpasst und habe somit keine lustigen Zahlen wie verbratener Traffic, maximale Bandbreite etc. parat. Nur eine kleine Zahl von mir: 2180 geschossene Fotos von denen ich
fast 400 online gestellt habe.
Mein Gesamtfazit ist trotz der Überfüllung des Congresses positiv. Die Exkursion hat unseren Studierenden die Möglichkeit gegeben sich abseits der IT-Sicherheitsvorlesungen an der Hochschule mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Gerade im Bereich x509-Zertifikate wurden gerade die Grundlagen in einer Master-Vorlesung geschaffen um den Aufbau eines solchen Zertifikats zu verstehen. Die Angriffe auf x509 waren somit ideal aufbauend für die Besucher der Lehrveranstaltung. Im Bereich Informatik und Gesellschaft, der zwar in einem Seminar abgehandelt wird, bietet der Congress eine weitaus umfassendere Beschäftigung mit dem Thema. Sei es nun die schon erwähnte Löschdiskussion bei Wikipedia oder die anderen kulturellen Talks und Vorträge. Leider gab es auch Vorträge die nicht die hohe Congress-Qualität halten konnten. Für eine langweilige Presentation gehe ich an eine Uni!
Technisch hat mich das WLAN enttäuscht. Natürlich ist es keine leichte Aufgabe etliche Clients zu handeln, aber das Netz könnte besser sein. Der DHCP ist regelmäßig nicht erreichbar gewesen, IPv6 ging ab und zu (Rogue Routers ärgerten immer wieder) - besonders ärgerlich weil viele Dienste von mir per IPv6 erreichbar sind
Aber einen Wunsch für das nächste Jahr habe ich: eine neue, größere Location!