Der Fachbereich Informatik der h_da betreibt seit letzter Woche eine Sensor Node zum "Messen" des Internets. Das
RIPE NCC (Réseaux IP Européens Network Coordination Centre) verteilt seit kurzem kleine Geräte die auf ersten Blick wie ein USB-LAN-Adapter aussehen. Nur ist der USB-Port nur dafür da die Stromversorgung für einen kleinen Baustein mit LAN-Anschluss der einen kompletten Linux-Server darstellt: ein
XPort Pro.
Durch die Masse an s.g. Probes im
RIPE Atlas Projekt ergibt sich ein genaueres Bild der Verfügbarkeit diverser Internetinfrastrukturdienste wie beispielsweise die weltweiten DNS-Rootserver.
Der ganze Ansatz ist besser als immer eine eigene Überwachungsinfrastruktur aufzubauen. Ich hätte beispielsweise in der Vergangenheit gerne eine externe Überwachung des Netzwerks gehabt. Auch die Hardware wäre kein Problem gewesen, aber ich hätte immer irgendwo Hosting einkaufen müssen.
Mit der RIPE Probe löst sich das Problem: ich trage nur die Stromkosten und muss Netzwerk für die kleine Box bereitstellen. Derzeit in der Betaphase ist ein neues Feature:
User definied measurements. Damit kann ich angeben was bei mir überwacht werden soll - neben den Standards-Checks. Durch ein Credit-System wird gewährleistet, dass es ausgewogen bleibt. Überwachungen über die Probes der anderen durchführen kann nur derjenige, der selbst seine Probe zur Verfügung stellt.
Ich bin jedenfalls gespannt welche Features da noch kommen werden. Mit einer hohen Anzahl an verteilten Probes kann man irgendwann von einer Internet Sensor Cloud sprechen. Schon der aktuelle Versionsstand gibt neue Einblicke. Die Verfügbarkeit eines Servers weltweit? Weltweite Unterschiede zwischen IPv4 und IPv6 Latenz? Alles grafisch auf Google Maps dargestellt
Ein paar Tage nach der Installation zeigte sich schon der erste Nutzen: ich saß zuhause und stellte fest, dass ich die Hochschule nicht erreichen konnte. Bevor ich eine lange Analyse anfing, konnte ich einfach bei RIPE nachgucken und feststellen, dass unsere Node offline war. Ein paar Sekunden später konnte ich das Problem an den Provider der Hochschule weitergeben