Gestern ist mein neues Notebook angekommen.
Das Design unterscheidet sich deutlich vom alten Latitude D830. Zuerst fällt der Deckel mit einer Maserung auf. Außerdem ist das Dell-Logo nicht mehr in der Mitte sondern nur noch ein silberner Schriftzug "Dell" auf der Seite. Direkt danach der rausstehende Akku (9-Zellen).
Beim Blick vor dem Aufklappen auf die Unterseite stellt man fest, dass Dell dazu gelernt hat und die Aufkleber dort fast völlig verbannt hat. Auf der Suche nach dem Lizenzaufkleber findet man diesen im Akkuschacht. Auf dem Aufkleber auf der Unterseite steht nur noch die Service-Tag und der Fabrikationsort: Polen. Ich hoffe mal, dass die Qualität aus Polen an die vorherige Qualität aus Irland rankommt. Leider haben die Designer an einer ordentlichen Chasis-Platte gespart. Wenigstens ein paar mehr Schrauben damit das Teil nicht klappert wenn man dagegen klopft wären toll gewesen.
Der Akku verwendet jetzt für die Füllstandanzeige blaue LEDs, die für meinen Geschmack fast schon zu sehr blenden.
Auf den Seiten fallen die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten auf. Display-Port, eSATA und ein powered USB-Port auf der hinteren linken Ecke zählen zu den neuen Anschlußmöglichkeiten. Der powered USB-Port versorgt ein USB-Gerät auch während das Notebook aus ist mit Strom. Im überarbeiteten Bios ist einstellbar, bis zu welcher Akku-Kapazität der Port Strom liefern soll. Ansonsten gibt es noch neu einen Slot für SD und MMC-Karten. Weiterhin ist erwähenswert, dass der Lüfterausgang nicht mehr nach hinten gerichtet ist, sondern nach links. Die ausgesaugte Luft kommt von der Unterseite - also nicht mehr einfach auf die Couch stellen wenn der Lüfter läuft...
Auf der rechten Seite findet man das neue DVD-Laufwerk. Dies ist zwar auswechselbar, aber hier passt aufgrund der niedrigeren Höhe kein Akku mehr rein. Im Gegensatz zum alten Laufwerk erscheint mir das neue durch die kleinere Bauform mehr fragil. Durch die fehlende Schraube zur Fixierung des Laufwerks, kann dieses im Schacht wackeln (mindestens 1mm Spielraum). Diese Schraube werde ich mir von Dell wohl noch liefern lassen. Die Smartcard wird jetzt hinten rechts ins Gehäuse geschoben. Dort befinden sich auch Audio und WLAN-Schalter.
Beim ersten Aufklappen stellt man dann erfreut fest, dass die Position des Fingerprints-Readers auf die rechte Außenseite geändert wurde. So kann man quasi nur noch die rechte Hand benutzen, kommt dafür aber leichter dran. Weiterhin merkt man, dass die Gelenke deutlich stabiler gebaut sind. Wenn man das Notebook am Chasis unten nicht festhält, geht dieses mit hoch

Außerdem wurde das Einhaken des Displays wieder mal überarbeitet. Jetzt sitzt oben am Display ein stabiler Haken, der fest installiert ist. Das Öffnen wird über das Chasis über einen großen Druckknopf gemacht.
Neu ist auch die Positionierung der LEDs und der Spezialkeys wie Power und Lautstärke. Auch das Keyboard-Layout wurde geändert. Allerdings nicht so idiotisch wie bei anderen Notebookherstellern. Alle normalen Tasten sind am gewohnten Ort und haben ihre alte Größe.
Die Spezialtasten Druck, Numpad, Rollen, Pause liegen jetzt auf anderen Tasten und müssen per Fn angesprochen werden. Den Windows Menü Key habe ich nicht mehr gefunden. SysRq-Shortcuts sind dadurch ein wenig umständlicher: Alt+Fn+F11 (Druck), dann Fn loslassen und den Action Key wie z.B. h für Hilfe drücken.
Die Lautstärke-Tasten ud die Powertaste erscheinen wesentlich robuster zu sein und haben einen guten Druckpunkt. Ansonsten konnte ich mich an die Tastatur und den leicht modifizierten Druckpunkt gut gewöhnen.
Beim ersten Anschalten bemerkt man zum einen, dass man schnell für das Bios sein muss (bei mir hat dann das vorinstallierte Windows gebootet) und auch die anderen LEDs blau sind. Die optionale Tastaturbeleuchtung ist jedoch weiß und macht sich in der Dunkelheit sehr gut

Die Tastaturbeleuchtung wird vom Bios gesteuert und kann per Tastendruck auch unter Linux aktiviert werden. Wahlweise schaltet sie sich nach kurzer Zeit wieder ab bis man wieder die Tastatur benutzt.
Der ambient Light-Sensor funktioniert auch Betriebssystem unabhängig und reagiert angenehmerweise träge. Die Anzahl der Displayhelligkeitstufen wurde scheinbar erhöht, so dass man abgestufter die LCD-Beleuchtung einstellen kann. Das bedeutet aber auch, dass man von Minimum auf Maximum mehr den Tastaturshortcut drücken muss.
Bei der Positionierung der Num und Rollen LED haben die Entwickler gut mitgedacht - die beiden LEDs sitzen direkt über den jeweiligen Tasten.
Ansonsten hat mich das Bios erstmal mit neuen Features erfreut. Zum einen nutzt es eine Vesa-Grafik - also höhere Auflösung und in Farbe! Zum anderen gab es Features deren Funktion ich erstmal nachschlagen musste. Dazu gehört z.B.
IRRT (Intel Rapid Recover Technology) - ein echt nettes Feature was ich demnächst mal ausprobieren will. Weiterhin kann man jetzt - wieder mal betriebssystemunabhängig - das Laden des Akkus über das Netzteil verhindern. Das ganze ist wieder über die Tastatur steuerbar. Die Tage, in denen die Benutzer die Akkus entfernt haben, dürften damit vorbei sein.
Beim Umbau meiner alten HDD stellte ich fest, dass mein HDD-Passwort nicht akzeptiert wurde. Erst durch den Einbau in mein altes Notebook, entfernen des Passworts und dem erneuten Einbau in das neue Notebook klappte es. Die Festplatte beim E6500 ist übrigens mit vier Schrauben am Gehäuse fixiert... Danach konnte ich auch das Passwort wieder setzen. Das kann unangenehm werden, wenn man die Festplatte nicht im alten Rechner entsperren kann.. Wie sowas passieren kann ist mir fraglich.
Bei der Linux-Kompatibilität sieht es derzeit noch düster aus: die Intel-Grafikkarte konnte ich noch nicht zum Funktionieren überreden (derzeit nutze ich erstmal den Vesa-Treiber). Für das Touchpad muss man den Kernel patchen und WLAN-Treiber sind noch nicht in 2.6.26. Aufgrund des Bugs in 2.6.27-rc-Irgendwas sollte man aufpassen was man ausprobiert - ansonsten ist die LAN-Karte dank des e1000e Treibers futsch. Standby klappt derzeit nicht (Ursache noch nicht gesucht), aber Suspend to Disk. Selbst Tools wie i8k spucken bei einigen Feldern nur ein Fragezeichen aus oder schaffen es nicht den Lüfter zu steuern. Immerhin konnte mein auf das D830 angepasster Kernel ohne Probleme auf dme E6500 booten.
Mehr Infos und auch Fotos demnächst. Mein E6500 dokumentiere ich nicht mehr auf meiner Homepage, sondern direkt im
Gentoo Wiki: E6400/E6500.