Gerade findet die
Hobit im
Darmstadtium statt. Also eine ideale Möglichkeit mal in das von außen sehr futuristisch anmutende Gebäude zu schaun. Gestern habe ich beim Stand des Fachbereichs Informatik der H_DA ein paar Schüler beraten und konnte auch ein paar Fotos vom Gebäude sammeln.
Beim ersten Betreten des Gebäudes erschlug mich erstmal die Menschenmasse im Eingangsbereich - lauter Schüler die an ein paar Ständen anstanden. Ursache: aufgrund von Brandschutzauflagen durften die Räume nicht gefüllt werden sondern waren stark limitiert (wie stark ahnte ich da noch nicht). Also brauchte man für jeden Vortrag ein "Ticket" - dies war zwar kostenlos aber man musste erstmal eins bekommen.
Als ich dann wenig später vor einem Vortragsraum stand um Broschüren zu verteilen wurde mir die Lage klarer: allein drei Ordner waren dafür zuständig den Einlass in die Räume zu kontrollieren. Viele Interessierte wurden abgewiesen weil sie kein Ticket hatten

Entweder sie wussen nichts vom Ticket, hatten ein Ticket für eine andere Uhrzeit oder die Tickets waren schlicht und einfach alle vergeben...
Bei beiden Vorträgen war der Raum noch nicht mal zur Hälfte voll - eigentlich sogar noch weniger: ich würde auf ein Drittel schätzen.
Der Grund für die drastischen Brandschutzbestimmungen wird beim Blick auf die Fotos schnell klar:


Ich weiß nicht warum man in ein Kongressgebäude so kleine Gänge baut - aber da will ich keine Panik erleben. Es soll aber angeblich noch einen Notausgang geben, der jedoch durch die noch laufenden Baumaßnahmen nicht benutzbar sein sollte.
Aber auch sonst war die technische Umsetzung selber nicht gerade besonders. Als wir gegen 9 Uhr versuchten den WLAN-Account zu benutzen (Netzwerk per Kabel war wohl nicht möglich), kamen wir schlicht und einfach nicht rein. Der DHCP-Server verteilte zwar Adressen aber der DNS-Server war nicht erreichbar. Obwohl schnell eine Beschwerde weitergegeben wurde (hey, wir sind Informatiker und brauchen Netz) kam trotz Zusage niemand vorbei. Als ich es am frühen Mittag nochmal probierte, klappte es dann endlich - wenn auch nicht gerade mit berauschender Geschwindigkeit. Weiterhin musste ich feststellen, dass quasi alle für mich wichtigen Ports gesperrt waren: keine E-Mails, kein Jabber, kein SSH.

Auf dem Bild sieht man einige der Stände der H_DA: FB Wirtschaft, FB Mathe, FB Informatik und ganz hinten die Optotechniker. Sehr schön sieht man auch die Stromverkablung - die läuft einmal quer über den Gang...
Nach einiger Zeit war dann auf einmal der Strom weg - alle drei Stände (die Optotechniker hingen an einer anderen Dose) waren dunkel. Ein Blick auf den Bodenkanaldeckel verriet schnell die Ursache: jemand hat das Kabel "durchtreten". Genau - richtig gelesen: jemand ist auf den Bodenkanaldeckel getreten und hat dabei die Isolierung des Kabels so stark beschädigt, dass die Sicherung rausflog. Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Aber wie kann ein Kabel so stark beschädigt werden? Die Lösung ist einfach: der Bodenkanaldeckel ist zwar von oben aus Holz, hat aber eine Metallumrandung. Auch der Deckel im Deckel ist aus Metall. Hier auf dem Bild sieht man schon meine Notlösung: neben dem neuen Kabel jeweils ein Stück gefaltete Pappe mit viel Klebeband befestigt.
Das Bild habe ich aber erst später gemacht. Erstmal wurde der Haustechniker gerufen und ich kümmerte mich nicht um die Sache - immerhin wollte ich ja Schüler beraten und Broschüren verteilen.
Als dann aber nach über zwei Stunden niemand erschienen ist, nahm ich mir der Sache an. Als ich dann den Bodenkanaldeckel das erste Mal öffnete zeigte sich mir das Grauen einer Elektroverkablung. Im Bodenkanal waren zwei Starkstromkabel und jeweils zwei Zweier-Steckdosen. Alles lag lose im Bodenkanal - was denkt sich denn da der zuständige für die Abnahme!?

Auf dem Bild sieht man das Innenleben des Bodenkanals inkl. der schon erwähnten Notlösung. Glücklicherweise war die zweite Steckdosenreihe an einer anderen Sicherung, so dass wir somit an den Ständen wieder Strom hatten... Damit hatten wir endlich wieder Licht und Strom für die Rechner.
Als Entlastung muss man aber sagen, dass die anderen Bodenkanalöffnungen ordentlicher waren - wenn auch das Problem mit dem Deckel gleich war:
Bis auf ein paar kleinere Sachen lief der erste Tag auf der Hobit ansonsten ganz gut. Bei einem Vortrag ist der Beamer ausgefallen, so dass unser Dozent ohne Folien arbeiten musste (na ja, bei der kleinen Menge Hörer im Raum könnte man auch gleich eine Sitzrunde machen). Die Optotechniker mussten leider den Laser auf ihrem Stand abschalten (auf der Übersicht der Stände sieht man die grünen Linien ganz hinten ein wenig) - die Funkgeräte wurden dadurch gestört

In einem Vortragssaal gab es dann noch einen sehr hohen Ton der wohl irgendwie aus der Decke gab (Lüftung?) - den hörten aber nicht alle...
Erzählt wurde mir auch noch von einer interessanten Türkonstruktion in der Tiefgarage: zwei Türen hintereinander die aber jeweils einmal nach außen und einmal nach innen aufgehen - diese habe ich aber nicht selber gefunden und kann es somit nicht bestätigen
Insgesamt ist mein Fazit des Gebäudes aber schlecht. Für große Menschenmengen (noch?) nicht wirklich zu gebrauchen. Inwiefern das sich durch die laufenden Baumaßnahmen noch ändert wird sich zeigen. Dennoch bin ich der Meinung, dass hier zuviel auf Design und Aussehen als auf Nutzbarkeit geachtet wurde. Das zeigt sich mir schon an dem sinnigen Wegesystem wo manchmal Gänge mit einem Verbotsschild zur Einbahnstraße gemacht werden. Ich vermute, dass aus Zeitdruck an einigen Stellen es nicht so ist wie es sein sollte - in der Tiefgarage hing mir kurz über Kopfhöhe von der Traverse für die Verkablung ein Drahtseil entgegen und mindestens einer Stelle fehlte einfach die Abschlußleiste - bei einem Blick unter die mit Marmor verschmückte Wand zeigte sich die Verkablung...
Hier nochmal ein paar Fotoeindrücke vom Gebäude: